5. Juni
Die SVP-Frauenbewegung

Logo der SVP Frauenbewegung
Gründung
Die SVP-Frauenbewegung wurde im Februar 1964 auf der außerordentlichen Landesversammlung im Parteistatut verankert. 1964 hat auch erstmals eine Frau für den Südtiroler Landtag kandidiert: Waltraud Gebert-Deeg.
Auf der Landesversammlung am 5. Juni 1966 beauftragte der Parteiobmann Dr. Silvius Magnago Frau Gebert-Deeg damit, sich um den Aufbau der Frauenbewegung zu kümmern. Am 4. November 1966 begannen einzelne Frauen mit der Aufbauarbeit. Erste Initiativen waren einige Informationstagungen mit deutschen und österreichischen Politikerinnen. Die erste Geschäftsordnung der SVP-Frauen wurde im April 1960 genehmigt, die zweite 1975. Die erste Landesfrauenversammlung fand im April 1972 statt, unter der Leitung von Gebert Deeg und der Landesfrauensekretärin Hilde Strobl.

Geschäftsordnung
Die erste Geschäftsordnung der SVP-Frauen wurde im April 1960 genehmigt und galt als Provisorium. Die zweite wurde 1975 verabschiedet und hatte Gültigkeit bis 2002. Bei dieser Änderung der Geschäftsordnung wurde auf Initiative der Landesfrauenreferentin Martha Stocker ein wichtiger Schritt gemacht: während früher nur in der Frauenbewegung aktive Funktionärinnen als SVP-Frauen galten, sind seit 2002 alle Frauen in der SVP als SVP-Frauen zu betrachten und werden von diesen auch unterstützt.
Auch die Mutterpartei hat in der Statutenänderung 2002 eine wichtige frauenpolitische Maßnahme eingeführt: Sie hat eine Frauenquote von 25% für alle KandidatInnenlisten der Südtiroler Volkspartei eingeführt.

Gemeindepolitik
Als erste Frau in den Gemeinderat gewählt wurde 1952 Agnes Guem aus Bruneck. Sie wurde 1956 wiedergewählt. 1960 wurden neben ihr Maria Steinkeller (Auer) und Maria Ambach (Kaltern) als einzige Frauen gewählt. Erste Bürgermeisterin war Giacchina Mussner 1971-74 in St. Christina. Waren 1964 nur 3 Frauen in den Gemeinderäten, erhöhte sich der Anteil bis 1990 auf 138 Frauen. 1995 galt erstmals eine Quotenregelung von 25% für das andere Geschlecht reservierten Plätzen: sie verdoppelte den Frauenanteil auf 258. Bereits kurz darauf wurde die Quote wieder abgeschafft. 2000 erhöhte sich die Anzahl wieder auf 284. 2004 wurde erneut eine Quotenregelung von einem Drittel eingeführt. Dadurch ist die Zahl der Kandidatinnen um 38% gestiegen ist.



Waltraud Gebert-Deeg
Landtag
Erste SVP-Frau im Landtag war Waltraud Gebert-Deeg von 1964-1988. Sie war gleichzeitig auch die erste Landesrätin (für Soziales und Gesundheit) von 1968 bis 1983.In den Jahren 1973 bis 1983 waren auch Rosa Franzelin und Maria Bertolini (1976-1983, 1987-1988) mit im Landtag. 1988-1993 war Rosa Franzelin die einzige SVP-Frau im Landtag: als drittgewählte (nur) zur Landtagspräsidentin ernannt. 1993 wurden zwei neue Frauen in den Landtag gewählt: Sabina Kasslatter-Mur und die Frauenreferentin Christine Mayr. 1998 stellten sich 8 Kandidatinnen der Wahl: Sabina Kasslatter-Mur, Martha Stocker und Rosa Thaler schafften der Sprung in den Landtag, Martina Ladurner rückte nach. 2003 kandidierten 11 Frauen, zusätzlich zu den amtierenden wurden die Meranerinnen Julia Unterberger und Veronika Stirner Brantsch gewählt.

Aktuelle institutionelle Vertretung
Mit Sabina Kasslatter-Mur haben die SVP-Frauen eine Vertretung in der Landesregierung, Veronika Stirner-Brantsch wurde zur Landtagspräsidentin bestimmt, Rosa Thaler vertritt in die Frauen im Landtagspräsidium.
Nach einigen Turbulenzen erreichten die SVP-Frauen 2004, dass ihre Frauenreferentin Martha Stocker zur Vizepräsidentin der Regionalregierung bestimmt wurde.

Rom
1992 wurde mit Helga Thaler Außerhofer erstmals eine SVP-Frau in das Parlament gewählt. 1994 wurde sie in den Senat gewählt, wo sie bis heute arbeitet.

Personalien
Erste Frauenreferentin war Waltraud Gebert-Deeg. Nach ihrem frühen Tod 1988 wurde die Frauenbewegung von Martha Ebner und Olga Schönberg kommissarisch geleitet. Es folgte als Frauenreferentin Gruber Edith, darauf Heidi Scheifflinger Dalvai. Ab 1991 übernahm Christine Mayr die Geschicke der SVP-Frauenbewegung. Nach ihrem Rücktritt 1998 leitete Beatrix Raffeiner stellvertretend die Geschäfte. 1999 wurde Martha Stocker zur Landesfrauenreferentin gewählt. 

Zur Internetseite der SVP-Frauenbewegung.

Die Broschüre zum 40-Jahr-Jubiläum der SVP-Frauenbewegung zum herunterladen.