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Die Südtiroler Volkspartei besteht nun seit 60 Jahren. Sie hat die Geschicke Südtirols 60 Jahre lang geleitet. Die SVP ist stark ver-wurzelt im Land und eng verbunden mit der Geschichte des Landes. Sie ist inzwischen auch ein Teil der Identität Südtirols.
Nach Jahrhunderten der Zugehörigkeit zum Habsburger-Reich fällt der südliche Teil Tirols nach dem Ersten Weltkrieg an Italien. Unter dem faschistischem Regime Mussolinis sollte alles Deutsche in Südtirol ausgelöscht werden. Auch alle deutschen Parteien in Südtirol werden verboten. Erst nach zwei Jahrzehnten faschistischer Unterdrückungs- und Italianisierungspolitik, Option und Krieg bietet sich nach dem Zweiten Weltkrieg die Chance für die deutsche und ladinische Minderheit in Italien eine politische Vertretung aufzubauen. Diese Chance nutzt der Bozner Kaufmann Erich Amonn. Am 8. Mai 1945 gründet Erich Amonn in der Villa Malfèr in Gries/Bozen mit einer Gruppe Gleichgesinnter die Südtiroler Volkspartei mit dem Edelweiß als Parteizeichen. Die neue Partei ist aus dem Deutschen Verband und der Südtiroler Widerstandsbewegung "Andreas-Hofer-Bund"
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hervorgegangen, die im Jahr 1939 von jungen Nicht-Optanten gegründet wurde. Ende September 1945 zählt die SVP bereits 50.000 Mitglieder. Diese neue Partei beruht auf dem Konzept einer Sammelpartei, alle gesellschaftlichen Schichten mit Ausnahme von extremen Positionen konnten sich in ihr wieder finden. Dies war notwendig um stark gegen Italien auftreten zu können, aber vor allem um den tiefen Riss der in der Südtiroler Gesellschaft durch die Option entstanden war zu überwinden. Der Südtiroler Volkspartei sollte in den folgenden 60 Jahren beides gelingen.
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"Herr mach uns frei!" Sie setzt gleich am Beginn Taten, auch wenn der Aufbau der Parteistrukturen unter äußerst widrigen Umständen erfolgen muss. Am 22. April 1946 werden 155.000 Unterschriften, die auf Betreiben der SVP gesammelt wurden, dem österreichischen Bundeskanzler Leopold Figl überreicht. Mit den Unterschriften wird die Rückkehr Südtirols zu Österreich gefordert. Trotzdem weisen die vier Siegermächte am 1. Mai 1946 die Forderung Österreichs nach einer Volksabstimmung in Südtirol endgültig ab.
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Die nächste große Aktion der jungen SVP folgt am 5. Mai 1946: 20.000 Südtiroler fordern auf Schloss Sigmundskron die Selbstbestimmung. Obmann Erich Amonn spricht dabei die berühmten Worte: „Herr mach uns frei!“ Auch bei den Friedensverhandlungen in Paris sind Männer der SVP als Vertreter der Südtiroler in der österreichischen Delegation dabei. Mit dem Gruber-Degasperi-Abkommen kann zwar nicht die Selbstbestimmung aber ein internationales Abkommen erreicht werden, das den Schutz der deutschen und ladinischen Minderheit in Italien garantiert. Ihre erste Landesversammlung hält die SVP am 9. und 10. Februar 1947 auf dem Reichriegler Hof ab. Ein neues Statut und ein neues Programm werden verabschiedet. Das Erste Autonomiestatut allerdings wird erarbeitet und am 31. Jänner 1948 von der italienischen verfassungsgebenden Nationalversammlung genehmigt ohne die Einbeziehung der Vertreter der Südtiroler Bevölkerung. Darin bleiben wesentliche Bestimmungen des Pariser Vertrages unerfüllt und die Umsetzung wird in den folgenden Jahren von der italienischen Regierung immer wieder hinausgezögert.
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"Los von Trient" Die SVP kann und will sich das nicht länger gefallen lassen. Am 25. Mai 1957 wählt die SVP-Landesversammlung eine neue politische Führung mit Silvius Magnago als Obmann. Die Gangart wird nun härter. Am 17. November 1957 organisiert die SVP die größte Protestkundgebung in der Geschichte Südtirols auf Schloss Sigmundskron. 35.000 Südtiroler mit SVP-Obmann Silvius Magnago an der Spitze protestieren gegen die Nichterfüllung des Pariser Vertrages und fordern mit dem "Los von Trient" eine eigenständige Autonomie für Südtirol. Weiters fordert die Parteileitung in den folgenden Jahren Österreich auf, das Südtirol-Problem vor die UNO zu bringen. In einer diplomatischen Glanzleistung gelingt dies dem damaligen österreichischen Außenminister Bruno Kreisky. Am 31. Oktober 1960 genehmigt die UNO-Vollversammlung auf Antrag Österreichs einstimmig eine Entschließung zur Südtirolfrage, in der Österreich und Italien zu Verhandlungen aufgefordert werden. Die daraufhin folgenden Verhandlungen kommen aber nicht von der Stelle. Am 11. Juni 1961, in der Herz-Jesu-Feuernacht, bringen von der Politik
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enttäuschte Südtiroler ihren Unmut mit Sprengstoffanschlägen auf Hochspannungsmasten zum Ausdruck. Der italienische Staat reagiert mit Verhaftungen und Folterungen. Der Ministerrat in Rom setzt daraufhin am 21. September 1961 die 19er-Kommission, in der auch sieben deutschsprachige Südtiroler von der SVP und ein Ladiner (DC) sitzen, ein. Ihre Aufgabe ist es, die Südtirolfrage zu prüfen und der Regierung Vorschläge für eine Lösung zu unterbreiten. Diese Vorschläge werden 1964 vorgelegt und bis 1969 mit SVP-Obmann und Landeshauptmann Silvius Magnago zu einem Maßnahmen-Paket ausgebaut und präzisiert. Am 22./23. November 1969 ist es soweit. In einer historischen Sitzung verabschiedet die SVP-Landesversammlung nach intensiver Diskussion um halb drei Uhr morgens das "Paket" mit 583 Ja-Stimmen, 492 Nein-Stimmen und 15 Enthaltungen. Dieses Paket umfasst die erzielten Verhandlungsergebnisse mit insgesamt 137 Maßnahmen zum besseren Schutz der Südtiroler. Das aus diesem „Paket“ entstandene Zweite Autonomiestatut tritt am 20. Jänner 1972 in Kraft. In den darauf folgenden Jahren wächst die Autonomie Schritt für Schritt und die Vorteile wirken
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sich in allen Bereichen aus: Südtirol blüht auf.
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Streitbeilegung Auch parteiintern gerät in diesen Jahren Vieles in Bewegung. Die Parteijugend, die Frauen und die Arbeitnehmer werden zu eigenständigen Organisationen ausgebaut; später auch die Ladiner (1997) und die Senioren (2002) in der SVP. Am 17. März 1989 erfolgt nach 28 Jahren die Wachablöse an der Spitze des Landes. Silvius Magnago tritt bei den Landtagswahlen nicht mehr an und Luis Durnwalder wird Landeshauptmann. 1992 gibt Silvius Magnago nach 35 Jahren an der Spitze der Partei auch das Amt des Parteiobmanns ab. Roland Riz wird Obmann für ein Jahr. Unter seiner Führung gelingt es der Partei die Durchführung des Pakets abzuschließen. Am 30. Mai 1992 erklärt die außerordentliche Landesversammlung der SVP das Paket mit großer Mehrheit (82,86 %) für durchgeführt. Mit der Abgabe der Streitbeilegungserklärung durch Österreich vor der UNO am 11. Juni 1992 wird der formelle Abschluss der Südtirol-Verhandlungen vollzogen. Für Südtirol und die SVP ist damit ein großes Ziel erreicht.
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"Dynamische Autonomie" Doch neue Herausforderungen warten auf das Land und die Partei. Auch der neue junge Obmann Siegfried Brugger erkennt dies schnell und beginnt mit der Modernisierung der Partei. Ein Jahr später gibt sich die Partei auf der Landesversammlung ein neues Grundsatzprogramm und ein reformiertes Parteistatut, um diesen neuen Anforderungen gerecht zu werden. Das Konzept der „dynamischen Autonomie“ nimmt Gestalt an. Neue Kompetenzen gehen vom Staat an das Land über. Durch den EU-Beitritt Österreichs verliert die Brennergrenze an Bedeutung. Die Zusammenarbeit mit den anderen Teilen des historischen Tirols wird erleichtert und zur neuen Vision. Nach über zehn Jahren an der Spitze der Partei über gibt Siegfried Brugger sein Amt als Obmann 2004 an Elmar Pichler Rolle.
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Zeitleiste Soweit nur eine kurze Einführung in die wechselvolle Geschichte unseres Landes und der Südtiroler Volkspartei der letzten 60 Jahren. Nähere Informationen zu den historischen Ereignissen und Themen finden Sie auf der Zeitleiste unten, durch das Anklicken des gewünschten Zeitabschnitts.
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Mandatare der Südtiroler Volkspartei Im Laufe der letzten sechs Jahrzehnte haben sich hunderte Südtiroler in der Südtiroler Volkspartei ehrenamtlich engagiert und sich für Land und Leute eingesetzt. Ihnen ist es zu verdanken, dass die SVP Abgeordnete in den Landtag, in das italienische Parlament in Rom und in das Europaparlament nach Brüssel entsenden konnte. Nebenan finden Sie unter der Rubrik "Download" Listen all dieser Volksvertreter, die unter dem Zeichen des Edelweißes die Interessen der Südtiroler in den jeweiligen Parlamenten vertreten haben und immer noch vertreten. Ebenso finden Sie unter der Rubrik "Download" Auzählungen aller Obleute bzw. aller Landessekretäre der Südtiroler Volkspartei der vergangenen 60 Jahre.
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